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Grammatik · C1

Wortstellung und Betonung: Was steht vorne?

Du weißt, dass das Verb auf Position zwei steht. Auf C1 entscheidest du, was davor steht, was in der Mitte bleibt und was nach dem Ende der Satzklammer kommen darf. So bestimmst du, was ein Satz betont.

Das Vorfeld: Was steht vorne?

Ein deutscher Hauptsatz hat feste Plätze. Vor dem Verb ist Platz für genau einen Teil, das Vorfeld. Dort kann das Subjekt stehen, aber auch eine Zeit, ein Ort, ein Objekt oder ein ganzer Nebensatz: Den Bericht schreibe ich morgen. Weil es regnet, bleiben wir zu Hause.

Im Vorfeld steht meistens das, worum es im Satz geht, oder das, was ihn mit dem Satz davor verbindet: Otti hat einen neuen Job. Dort arbeitet er mit acht Leuten. So wird ein Text flüssig.

Das Subjekt oder eine Zeit im Vorfeld klingt neutral. Alles andere zieht die Aufmerksamkeit auf sich, aber die Bedeutung bleibt gleich, denn die Endungen zeigen, wer was macht: Den Kuchen hat Bruno gebacken heißt Bruno hat den Kuchen gebacken.

VorfeldVerbMittelfeldEnde
Ottihatgestern im Büro langegearbeitet.
GesternhatOtti im Büro langegearbeitet.
Im BürohatOtti gestern langegearbeitet.
Den BerichthatOtti gesterngeschrieben.
Weil es regnete,hatOtti im Bürogearbeitet.

Die Satzklammer und was danach kommen darf

Die Satzklammer kennst du aus A1: Das konjugierte Verb steht auf Position zwei, der Rest des Verbs am Ende (ein Partizip, ein Infinitiv, ein trennbares Präfix). Alles andere steht dazwischen, im Mittelfeld: Wir haben gestern lange über das Projekt gesprochen.

Manche Teile dürfen trotzdem nach der Klammer stehen. Das heißt Ausklammerung. Ein Nebensatz steht dort, wenn er nicht ganz vorne steht: Ich habe vergessen, dass heute Montag ist. Vergleiche mit als und wie stehen meistens auch dort: Emil ist heute schneller gefahren als sein Kollege.

Beim Sprechen stellt man auch eine lange Wortgruppe mit Präposition hinter die Klammer, damit niemand lange auf das Verb warten muss: Wir haben lange diskutiert über die Frage, wer das bezahlt. Beim Schreiben machst du das nur bei wirklich langen Gruppen. Subjekt, Akkusativobjekt und kurze Wörter wie heute stehen nie nach der Klammer: nicht Ich habe gelesen das Buch.

VorfeldVerbMittelfeldEndeNach der Klammer
Ichhabeganzvergessendass heute Montag ist.
Emilistheute schnellergefahrenals sein Kollege.
Wirhabenlangediskutiertüber die Frage, wer das bezahlt.
Lottewillin ihrer Arbeitzeigenwie wichtig alte Bäume sind.

Das Mittelfeld: Pronomen zuerst, TeKaMoLo, nicht

Im Mittelfeld bestimmen ein paar Faustregeln die Reihenfolge. Kurze Pronomen stehen vorne, direkt nach dem Verb: Ich habe es ihm gestern gegeben. Bei zwei Pronomen steht der Akkusativ vor dem Dativ (es ihm). Bei zwei Nomen steht meistens der Dativ zuerst: Ich habe dem Kollegen den Bericht gegeben.

Angaben folgen oft der Reihenfolge TeKaMoLo: temporal (wann), kausal (warum), modal (wie), lokal (wo, wohin): Otti fährt morgen wegen der Bauarbeiten mit dem Rad ins Büro. Das ist eine Gewohnheit, kein Gesetz. Du kannst davon abweichen, um etwas zu betonen.

nicht steht weit hinten im Mittelfeld, wenn es den ganzen Satz verneint: Lotte kommt heute nicht. Ist nur ein Teil falsch, steht nicht direkt davor, oft mit sondern: Lotte kommt nicht heute, sondern morgen. Allgemein gilt: Bekanntes steht früh, Neues und Wichtiges spät.

SatzTemporalKausalModalLokal
Otti fährtmorgenwegen der Bauarbeitenmit dem Radins Büro.
Lotte arbeitetheutewegen der Abgabekonzentriertin der Bibliothek.
Wir treffen unsnach der Arbeitwegen des Regenskurzim Café.

Ein Teil nach vorne für den Kontrast

Jeder Teil des Mittelfelds kann ins Vorfeld rücken, um betont zu werden, meistens als Kontrast zu etwas anderem. Man spricht ihn dann auch betont: Den Bericht habe ich schon geschrieben, die Präsentation noch nicht.

Sogar das Partizip oder der Infinitiv kann vorne stehen: Gelesen habe ich das Buch, aber verstanden habe ich es nicht. Das ist im Gespräch und in lebendigen Texten häufig und klingt immer nach „aber etwas anderes nicht“.

Ein Demonstrativpronomen wie den, die oder das im Vorfeld greift auf, was gerade gesagt wurde: Den Film? Den habe ich schon gesehen. Im Gespräch ist das der natürlichste Weg, bei einem Thema zu bleiben. Was auch immer vorne steht: Das Verb bleibt auf Position zwei, und das Subjekt rückt dahinter.

NeutralMit Kontrast
Ich habe den Bericht schon geschrieben. Den Bericht habe ich schon geschrieben, die Präsentation noch nicht.
Ich habe das Buch gelesen. Gelesen habe ich das Buch, aber nicht verstanden.
Kalle mag den Winter nicht. Den Winter mag Kalle nicht, den Herbst schon.
Ich habe den Film schon gesehen. Den habe ich schon gesehen.

Füll die Lücken

  1. Kalle wollte den Schlüssel zurück, also hat Frida ___ heute Morgen gebracht.

  2. Ob das Projekt rechtzeitig fertig wird, ___ im Moment noch niemand sagen.

  3. Erst in Potsdam ___, dass er im falschen Zug saß.

  4. ___ hat Lotte den Artikel schon, aber ihr Gutachten hat sie noch nicht geschrieben.

  5. Den Film über die Berliner Mauer? ___ hat Emil schon zweimal im Kino gesehen.

  6. Das Problem der Studie ist ___ die Methode, sondern die viel zu kleine Stichprobe.

  7. Die Diskussion auf dem Podium hat viel länger gedauert, ___ Otti geplant hatte.

Kommt vor in: Emil blickt auf zehn Jahre als Kurier zurück, Otti moderiert eine Podiumsdiskussion, Lotte begutachtet einen Fachartikel, Otti schreibt einen Kommentar, Otti und die Kunst des Überzeugens

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Register und Stil: erhalten oder kriegen?

Deutsch klingt anders in einer E-Mail an eine Professorin, in einem Vortrag und im Chat mit Freunden. Lerne die Paare, die das Register zeigen (erhalten und kriegen, wegen des und wegen dem, habe und hab), und wähle für jede Situation das Richtige.