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Grammatik · B2

Relativsätze mit wer, was und wo: alles, was ich weiß

Nicht jeder Relativsatz beginnt mit der, die oder das. Wer bedeutet „jeder, der“, was steht nach alles, etwas oder das Beste, und mit einer Präposition wird aus was dann worüber oder womit.

Wer: jeder, der

Relativsätze mit der, die und das kennst du aus B1: Sie beschreiben ein Nomen. Ein Satz mit wer hat kein Nomen davor. Er bedeutet „jeder, der“ oder „alle, die“: Wer zu spät kommt, bringt beim nächsten Mal den Kuchen mit.

Der Satz mit wer steht meistens am Anfang. Dann kommt der Hauptsatz, und sein Verb steht direkt nach dem Komma. So funktionieren viele Sprichwörter: Wer A sagt, muss auch B sagen.

Der Hauptsatz kann mit der, dem oder den beginnen. Das Wort zeigt auf die Person zurück. Du brauchst es, wenn sich der Fall ändert: Wer Hilfe braucht, dem helfen wir gern (helfen braucht den Dativ). Sind beide im Nominativ, kannst du der weglassen: Wer Fragen hat, (der) kann mich anrufen. Auch wer selbst ändert sich: im Akkusativ wen, im Dativ wem.

Satz mit werHauptsatz
Wer zu spät kommt,bringt den Kuchen mit.
Wer Fragen hat,(der) kann mich gern anrufen.
Wer Hilfe braucht,dem helfen wir gern.
Wen das Thema interessiert,der kann gern noch bleiben.

Was nach alles, etwas und das Beste

Nach Wörtern, die keine bestimmte Sache nennen, heißt das Relativpronomen was, nicht das: alles, was ich weiß; nichts, was mich stört; vieles, was neu ist. Nach etwas liest du auch das: etwas, das wichtig ist. Beides ist richtig.

Was steht auch nach einem Superlativ als Nomen (das Beste, das Schönste) und nach das Einzige oder das Erste: das Beste, was ich je gegessen habe; das Einzige, was fehlt.

Und was kann auf einen ganzen Satz zurückzeigen: Otti hat die B2-Prüfung bestanden, was alle sehr freut. Hier wäre das falsch, denn was steht nicht für ein Nomen, sondern für alles, was vorher gesagt wurde.

DavorRelativsatz
allesalles, was ich weiß
nichtsnichts, was mich stört
etwasetwas, was (das) wichtig ist
das Bestedas Beste, was ich je gegessen habe
ganzer SatzOtti hat bestanden, was alle freut.

Worüber, woran, womit

Wo für Orte kennst du aus B1: die Stadt, wo ich wohne. Braucht ein Satz mit was eine Präposition, werden beide zu einem Wort, wo(r) + Präposition, wie bei den Fragen aus B1 (Worüber sprecht ihr?): das, worüber wir gesprochen haben; alles, woran ich mich erinnere; nichts, womit ich zufrieden bin.

Vor einem Vokal kommt ein r dazwischen: woran, worauf, worüber. Vor einem Konsonanten nicht: womit, wofür, wovon.

Das geht nach alles, etwas, nichts und das und auch nach einem ganzen Satz: Frida leitet heute zum ersten Mal die Besprechung, worüber sie sich sehr freut.

VerbRelativsatz
sprechen überdas, worüber wir gesprochen haben
sich erinnern analles, woran ich mich erinnere
zufrieden sein mitnichts, womit ich zufrieden bin
sich interessieren füretwas, wofür sich alle interessieren
träumen vondas, wovon Bruno träumt

Mit der oder womit?

Nach einem Nomen bleibt die Form aus B1: Die Präposition steht vor der, die oder das und bestimmt den Fall: die Kollegin, mit der ich das Büro teile; das Projekt, an dem Lotte arbeitet; die Freunde, von denen ich erzählt habe.

Bei Personen geht nur diese Form: die Kollegin, mit der, nie womit. Nach einer Sache liest du manchmal auch eine Form mit wo- (das Buch, worüber …), aber normal ist Präposition + der, die, das, besonders beim Schreiben.

Frag also, was vor dem Komma steht. Ein Nomen: Präposition + der, die, das. Alles, etwas, nichts, das oder ein ganzer Satz: wo(r) + Präposition.

DavorRelativsatz
die Kollegindie Kollegin, mit der ich arbeite
das Projektdas Projekt, an dem Lotte arbeitet
die Freundedie Freunde, von denen ich erzähle
dasdas, womit ich arbeite
allesalles, woran ich denke

Füll die Lücken

  1. ___ beim Berlin-Marathon mitlaufen will, sollte früh mit dem Training anfangen.

  2. Wer im Haus ein Problem mit der Heizung hat, ___ helfen wir gern.

  3. Ehrlich gesagt ist das alles, ___ ich über künstliche Intelligenz weiß.

  4. Der Marathon war das Schönste, ___ Frida in diesem Jahr erlebt hat.

  5. Emil hat zwei Tage lang nicht auf sein Handy geschaut, ___ wir kaum glauben konnten.

  6. Die neue Gliederung ist genau das, ___ Lotte mit ihrer Betreuerin gesprochen hat.

  7. Das ist die Kollegin, ___ ich seit drei Jahren das Büro teile.

  8. Das sind die Freunde, ___ Otti uns schon so viel erzählt hat.

Kommt vor in: Die Freunde streiten über einen Film, Die Freunde gründen einen Lesekreis, Emil ist Trauzeuge, Otti fühlt sich in Berlin zu Hause, Frida und die Smart City

Nächste Lektion · B2

Modalpartikeln: doch, ja, mal, halt

Kleine Wörter wie doch, ja, mal oder halt ändern nichts an den Fakten im Satz, aber sie zeigen, wie du dazu stehst: freundlich, überrascht, ein bisschen ungeduldig. Sie gehören zur gesprochenen Sprache, und ohne sie klingst du wie ein Lehrbuch.