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Grammatik · B2

Modalverben für Vermutungen: Er muss den Bus verpasst haben

Modalverben können auch sagen, wie sicher du bist: muss (fast sicher), dürfte (wahrscheinlich), kann oder könnte (vielleicht). Soll und will geben weiter, was andere sagen. Für die Vergangenheit stehen das Partizip und haben oder sein am Ende: Er muss den Bus verpasst haben.

Wie sicher bist du?

Können, müssen und dürfen kennst du aus A1. Sie haben noch eine zweite Aufgabe: Sie sagen, wie sicher du dir bei etwas bist. Die Wortstellung bleibt gleich, der Infinitiv steht am Ende.

Muss heißt: Du bist fast sicher, weil du einen klaren Grund siehst. Bei Frida ist alles dunkel, sie muss schon im Bett sein. Dürfte (der Konjunktiv II von dürfen) und wird wohl (aus der B1-Lektion über werden) heißen: wahrscheinlich. Kann und könnte heißen: vielleicht. Könnte ist etwas weniger sicher.

Zwei Fallen mit nicht: kann nicht heißt, es ist unmöglich (Das kann nicht sein!), aber muss nicht heißt nur: nicht unbedingt (Das muss nicht stimmen).

Im Alltag benutzt man oft stattdessen Adverbien: bestimmt, wahrscheinlich, vielleicht. Dürfte klingt etwas formell, du hörst es in den Nachrichten und bei Schätzungen.

Wie sicher?ModalverbBeispiel
fast sichermussDas muss Emil sein.
wahrscheinlichdürfte / wird wohlEr dürfte gleich kommen.
vielleichtkann / könnteEr könnte noch im Büro sein.
unmöglichkann nichtDas kann nicht Emil sein.

Soll und will: was andere sagen

Soll gibt etwas weiter, das man gehört oder gelesen hat, und sagt nicht, ob es stimmt: Der neue Film soll sehr gut sein. In den Nachrichten hörst du das ständig, denn Reporter können oft nicht alles prüfen.

Will gibt weiter, was jemand über sich selbst sagt, und es klingt, als ob du daran zweifelst: Emil will jede Straße in Berlin kennen. Das heißt: Emil behauptet, dass er jede Straße kennt.

Beide haben auch ihre normale Bedeutung: Ich soll dich grüßen ist eine Aufgabe, Bruno will ein Restaurant eröffnen ist ein Plan. Frag dich: Geht es um eine Tatsache? Dann gibt der Satz weiter, was andere sagen.

SatzBedeutung
Der Film soll sehr gut sein. Man sagt, dass der Film sehr gut ist.
Emil will jede Straße kennen. Emil behauptet, dass er jede Straße kennt.
Bruno will ein Restaurant eröffnen. Bruno möchte ein Restaurant eröffnen.

Über die Vergangenheit: Er muss den Bus verpasst haben

Bei einer Vermutung über die Vergangenheit bleibt das Modalverb im Präsens, denn du vermutest ja jetzt. Die Vergangenheit steht am Ende: das Partizip mit haben oder sein, wie im Perfekt. Er muss den Bus verpasst haben. Sie dürfte schon angekommen sein.

Genauso geht es, wenn du weitergibst, was andere sagen: Der Film soll ein großer Erfolg gewesen sein. Er will nichts gehört haben.

Achtung: Er musste den Bus nehmen ist keine Vermutung. Es heißt: Es war für ihn nötig. Er muss den Bus genommen haben heißt: Das ist fast sicher passiert.

Im Nebensatz steht das Modalverb ganz am Ende: Frida glaubt, dass Bruno den ganzen Kuchen gegessen haben muss.

Modalverb (Präsens)MittePartizip + haben oder sein
Er mussden Busverpasst haben.
Sie dürfteschon in Hamburgangekommen sein.
Das könnteein Fehlergewesen sein.
Er willnichtsgehört haben.

Füll die Lücken

  1. Ich bin mir ganz sicher: Das ___ Emils Fahrrad sein, ich erkenne die Klingel.

  2. Laut den Nachrichten ___ die neue Brücke über die Spree schon im Mai fertig sein.

  3. Emil sagt, er war es nicht: Er ___ das letzte Brötchen nicht gegessen haben.

  4. Lotte geht nicht ans Telefon, sie muss schon eingeschlafen ___.

  5. Der Kühlschrank ist leer, Bruno ___ alles allein gegessen haben.

  6. Die Reparatur ___ etwa dreihundert Euro kosten, schätzt die Handwerkerin.

  7. Das ___ nicht Frau Hilde sein, sie ist diese Woche doch bei ihrer Tochter.

  8. Lotte meint, dass Emil ihre Verabredung zum Frühstück vergessen ___.

Kommt vor in: Otti fällt fast auf einen Betrug herein, Die Freunde streiten über einen Film, Lotte prüft die Fakten, Wasser in Frau Hildes Küche

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